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ADS: Fluch oder Superpower?

  • vor 1 Tag
  • 10 Min. Lesezeit
Junge im Time Square, abgelenkt von den Leuchtreklamen
Viele Eindrücke, die nicht gefiltert werden. Sie können inspirieren aber auch schnell den Speicher voll machen und überfordern.

ADS - Aufmerksamkeitsdefizit Syndrom ist der Oberbegriff einer Neurodivergenz, die bei jedem Betroffenen unterschiedlich aussehen kann und oft eine Mischung von den typischen 7 Formen hat (Healing ADD, D.G.Amen, 2013). Ursache sind ein Mangel an den Neurotransmittern Dopamin und Noradrenalin. Dies sind biochemische Botenstoffe. Sie befinden sich an den Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen (Synapsen) und sind für die Signalübertragung zuständig. Ohne Neurotransmitter können die Nervenzellen im Gehirn nicht miteinander kommunizieren. Stattdessen fliegt die Information wie Blitze kreuz und quer durchs Gehirn, um es vereinfacht darzustellen.

Eigentlich ist der Begriff Aufmerksamkeits- DEFIZIT nicht korrekt, denn ein ADSler nimmt alles wahr, aber er kann die Aufmerksamkeit nicht steuern.


ADS ist aber keine Krankheit, die man sich wie ein Virus einfängt, sondern ein Erbgut. Über Gut lässt sich streiten 😉 Gut ist allerdings, dies zu wissen, denn wenn dein Kind ADS hat, dann haben entweder der Vater, die Mutter oder sogar beide Eltern ADS.  Aber nur weil du ADS hast, muss dein Kind nicht unbedingt auch ADS haben. Es gibt auch sehr seltene Fälle, bei denen ADS durch ein Trauma (Kopfverletzung) verursacht wurde.


In meinem Fall haben beide Kinder es geerbt.

Meine Kinder wurden offiziell diagnostiziert und da deren Vater auch als Kind diagnostiziert wurde, kam mir nie der Gedanke, dass ich ja auch betroffen sein könnte, auch wenn alle Zeichen auf Rot standen.

Gedanklich abwesende Schülerin im Klassenzimmer
Träumerin, Quasselstrippe, Trödelliese, Spielkind. Mädchen werden eher mit solchen Titeln abgestempelt als diagnostiziert. Die meisten Studien bezüglich ADS/ADHS wurden bisher mit Jungen gemacht, weil die eher negativ auffallen.

Frau wurschtelt sich halt so durch bis sich irgendwann die Frage stellt, „Warum ist dies oder das so und nicht wie bei anderen?“


Was ist also dies oder das?

Zum Beispiel:

·         extreme Gedankensprünge (den roten Faden verlieren)

·         sehr leicht abzulenken, mit den Gedanken abwesend

·         schnell überfordert, wenn die Aufgabe zu groß erscheint

·         Aversion gegen Zwang und Erwartungen

·         schlecht organisiert

·         kein Zeitgefühl

·         mangelndes Selbstbewusstsein (betiteln sich mit faul oder hoffnungsloser Fall, was wiederum zur selbst erfüllenden Prophezeiung wird)

·         Vergesslichkeit

·         Gewichtsprobleme (Essen erhöht den Dopaminspiegel, leider nur kurzfristig)

·         Mangel an Motivation

·         Antrieblosigkeit

·         Tendenz zu Depressionen

·         ertragen Gesellschaft nur begrenzt

·         beenden Sätze anderer (Mangel an Geduld)

·         haben ein schlechtes kurzfristiges Erinnerungsvermögen

·         haben einen chronisch niedrigen Dopaminspiegel und empfinden daher selten Vorfreude (Dopamin steuert das Belohnungssystem)

·         keine Selbstkontrolle, wenn der Energiespeicher auf „leer“ steht

·         kreisende Gedanken…

Vieles von dem sind Nebenwirkungen von ADS.


Übersicht der Symptome bei ADS
Typische Merkmale von ADS

Bei einem Schulkind könnte sich ADS so bemerkbar machen:

·         es weiß nicht was es an Hausaufgaben auf hat

·         es braucht ewig für seine Hausaufgaben

·         ihm fällt am Vorabend ein, dass am nächsten Tag eine Klassenarbeit geschrieben wird

·         Projekte werden oft in letzter Minute gemacht, oft noch im Bus zur Schule, weil es von der Freundin gerade darüber erfahren hat

·         wird als Träumer oder Spielkind bezeichnet

·         verliert den Anschluss, weil die Konzentration nachgelassen hat

·         bekommt Abzüge, wegen vergessenen Sachen, wie Sportbeutel, Unterschrift von den Eltern etc.

·         hat Chaos auf dem Schreibtisch, findet seine Sachen nicht oder verlegt sie

·         ist eher introvertiert, obwohl andere es als extrovertiert empfinden

·         je länger der Text/die Aufgabe, desto mehr Fehler schleichen sich ein

·         macht oft Flüchtigkeitsfehler, meist zum Ende des Schultages

·         Klassenarbeiten: Fehlerzahl nimmt zum Ende hin zu

·         Schwierigkeiten, sich im Klassenzimmer zu konzentrieren, vor allem wenn es laut hergeht

Verzweifelter Junge am Schreibtisch mit einem Stapel Bücher
Wo anfangen? Keine Konzentration, keine Motivation, überfordert, von sich selbst enttäuscht. So geht es vielen Kindern mit ADS.

·         hat Probleme längere Anweisungen zu behalten und somit durchzuführen

·         Aufschieberitis (Prokrastination) nicht aus Faulheit, sondern weil es nicht weiß, wo es anfangen soll oder die Aufgabe unendlich erscheint

·         hat oft kaputte Stifte oder Teile von auseinandergenommenen Utensilien

·         Unterbricht den Unterricht

·         ist schreibmüde

·         tut sich schwer lange ruhig zu sitzen

·         überspringt Wörter beim Lesen, weil die Augen schneller sind

·         wird erst spät am Tag aktiv, weil dann Ruhe einkehrt und die Ablenkungen weniger werden

·         kommt oft zu spät, weil es kein Zeitgefühl hat

·         hat eine schlechte Handschrift

·         hat oft schlechte Noten, nicht weil es dumm wäre, sondern siehe oben…


ADS kommt selten allein. Leider. Mit ihm erscheinen oft, unter anderem, LRS, Depressionen, OCD & Autismus. Außerdem treten häufig Sucht- Angst- und Schlafstörungen bei ADSlern auf. Das sollte von Fachkräften geklärt werden.


Aber ADS hat auch positive Seiten.

·         zum Beispiel sind ADSler sehr kreative Menschen und haben oft viele Hobbies.

·         Menschen mit ADS sind sehr empathisch und nehmen vieles aus ihrer Umwelt wahr. Sie „lesen“ Menschen blitzschnell und erkennen das wahre Ich des Gegenüber.

·         ADSler denken und erklären anders, sind sehr lösungsorientiert und scheuen nicht Risiken einzugehen. Ihre „out-of-the-box“ Denkweise entsteht, weil sie keine Filter haben, die anscheinend Irrelevantes aussortiert.

·         ihr impulsives und risikofreudiges Handeln führt oft zu innovativen Ideen.

·         Hyperfokus; Wenn sie etwas wirklich interessiert und begeistert, sind ihre Energie und Ausdauer scheinbar endlos.  

Sanitäter im Einsatz
Menschen mit ADS sind wie geschaffen für Jobs, bei denen Notfall- und Krisenmanagement gefragt sind.

·         Menschen mit ADS können Krisen besser handhaben als andere, die oft in solchen Situationen wie gelähmt sind. In Krisen schüttet der Körper Adrenalin und Dopamin aus, das sonst bei ADSlern kaum vorhanden ist, sie aber unbedingt brauchen.

·         ADSler sind gute Analytiker, weil sie Muster schnell erkennen können (Rapid Pattern Recognition).

·         Das Gehirn eines ADSlers bleibt länger „jung“, weil sie an alles interessiert, extrem neugierig und experimentierfreudig sind.

Damit dieses Potenzial auch umgesetzt werden kann, bedarf es ein paar Strategien.


Was kannst du tun?


Zuhause

·         Anweisungen sollten kurz und knapp sein und vom Kind wiederholt werden. So kannst du sicher gehen, dass dein Kind aktiv zugehört hat und deine Anweisung verstanden wurde. Am besten aufschreiben und sichtbar aufhängen. Erkläre deinem Kind, warum es dies oder das machen soll und lobe, oder belohne es hinterher. ADSler folgen nicht so ohne Weiteres einer Aufforderung ohne das Warum zu wissen. Aber lass dich nicht auf eine Diskussion ein 😉 ADSler lieben es zu Diskutieren (Coercive cycle of interaction)

·         Große Aufgaben unterteilen. Was ist der erste Schritt? Was braucht es für den ersten Schritt? Wann soll er fertig sein? Die Aufgabe ist nicht mehr überfordernd und es können mehrere kleine Erfolge und somit mehrere Dopaminschübe verbucht werden. Mach den Erfolg visuell in dem du eine kleine Liste zum Abhacken machst.

·         Keine langen Listen mit to-dos. Das überfordert den ADSler. Max. 3 Aufgaben und die in kleine Schritte unterteilt.

·         Stelle externe Impulse wie, eine analoge Uhr oder eine 15-30 Minuten Sanduhr auf. Da der ADSler kein oder nur ein schlechtes Zeitgefühl hat ist es wichtig immer visuell daran erinnert zu werden. Das ist das Gemeine, wenn man auf dem Handy unterwegs ist, da ist meist die Zeit ausgeblendet. Und Schwupps ist eine ganze Stunde verschwunden. Deshalb Body-doubling (s.u.)

Zeituhr mit Ampelfarben von TimeTex
Eine Zeituhr oder Timer hilft die Zeit nicht aus den Augen zu verlieren. Die Ampelfarben sind eine zusätzliche Hilfe (von TimeTEX.de )

·         Struktur, auch wenn es noch so schwerfällt und ganz und gar gegen das ADS-Gehirn geht. Routine, Regeln und gewohnte Abläufe sind megawichtig. Je früher ihr damit beginnt, desto größer die Wirkung. Gewohnheiten sind wichtig, weil sie zum einen keine täglichen Entscheidungen verlangen und zum anderen der Vergessenskurve entgegenwirken. Das ist wie Zähneputzen, automatisch. Wichtig: klein anfangen! Eine neue Routine erst einführen, wenn die vorherige automatisiert ist. Das kann z.B. Folgendes sein: den Schlüssel immer an der gleichen Stelle aufhängen, die Schultasche für den nächsten Tag packen, 15 Minuten vor dem Schlafengehen etwas Schönes lesen, vor dem Schlafengehen die Kleider für den nächsten Tag rauslegen etc. Ziel ist es, dem Kind zu helfen selbständig an alles zu denken (automatisiert), denn ADS verschwindet nicht wie eine Erkältung, damit muss es lebenslang zurechtkommen. Je eher dein Kind lernt damit umzugehen desto besser. 

·         Ordnung: jedes Ding braucht seinen Platz. Halte das Kinderzimmer eher spartanisch. Packe alles, was zurzeit kein eigenes Zuhause hat in eine Truhe oder Kiste und verstaue sie aus dem Sichtfeld deines Kindes. Lass es selbst aussuchen was vorübergehend in den Winterschlaf geht.

Vorteil: das Chaos, das es aufzuräumen gibt, ist viel kleiner, es gibt weniger Ablenkung im Zimmer, Dinge werden schneller gefunden. Und wenn das momentane Spielzeug langweilig wird, wird die Truhe rausgeholt und das Spielzeug rotiert. Es muss nicht unbedingt Spielzeug sein. Bei einem Teenager könnten das Videospiel, Klamotten, Bücher etc. sein.

Das Wichtigste an dieser Methode ist, dass jedes Ding seinen Platz hat und der auch für dieses Objekt freibleiben muss. Ein leerer Haken für den Sportbeutel fällt nur dann auf, wenn er nicht mit Jacken zugehangen ist. Weil der ADSler in seiner gedanklichen Abwesenheit oft Dinge unbewusst tut und deshalb die Hälfte seine Lebens auf der Suche nach Brille, Schlüssel etc. ist, können Ordnung und Routine einen riesigen Unterschied machen.


Für die Schule & fürs Lernen

·         Der Schreibtisch. Wir assoziieren Orte mit spezifischen Tätigkeiten; bist du im Wohnzimmer auf der Couch, fahren sowohl Körper als auch Geist runter in Entspannungsmodus; bist du im Schlafzimmer und es wird dunkel draußen, signalisiert das deinem Gehirn: Abschalten und Schlafengehen. Dieses Prinzip kannst du dir auch fürs Lernen zu Nutze machen. Schaffe dir einen Platz, an dem dein Gehirn automatisch auf Aufmerksamkeit und Konzentration umschaltet, sobald du ihn betrittst. Dieser Platz signalisiert Fokus! Hier wird nicht gespielt, gegessen oder anderes. Alles ist griff - und einsatzbereit. Hier soll ein Automatismus ausgelöst werden, der dich beim Lernen unterstützen kann, sobald du auf deinem Stuhl an deinem Schreibtisch Platz nimmst.                  Das hat außerdem den Vorteil, dass du nicht erst den Schreibtisch frei machen musst, um anzufangen; eine große Hürde für Menschen mit ADS. Dass das Handy außer Reichweite sein sollte, versteht sich von selbst.

·         Assoziationen aufbauen. Du kannst diesen Prozess mit Farben, Düften und Musik unterstützen.

o   Gelb sorgt für Konzentration, lila für Kreativität.

eine Familie, die den Geruch des Sonntagsbratens genießt.
Deine Nase ist eng mit dem limbischen System verbunden – dem Teil des Gehirns, der für Gefühle und Gedächtnis zuständig ist. Deshalb lösen bestimmte Düfte sofort Erinnerungen oder Stimmungen aus.

o   Lavendel, Pfefferminz und Rosmarin helfen deiner Konzentration. Am besten benutzt du ätherische Öle (in einem Diffuser). Ein Vorteil der Öle ist, dass du sie dir, bei der nächsten Klassenarbeit, zu nutzen machen kannst. Dein Gehirn wird durch den Geruch an die Lernsituation zuhause erinnert und kann dir so die Prüfungsangst nehmen oder zumindest mindern und dein Erinnerungsvermögen aktivieren.

o   Musik, die eintönig ist und ohne Text, reduziert Hintergrundgeräusche, die dich sonst ablenken könnten. Kopfhörer mit geräuschreduzierender Funktion sind optimal. 8D Musik wurde speziell dafür entwickelt.

Zwei Jungen, die sich gegenseitig bei den Hausaufgaben helfen.
Mit einem ADSler Hausaufgaben zu machen oder für die KA zu lernen hat auch für den anderen einen Vorteil. ADSler erklären anders und können somit dem anderen helfen etwas besser zu verstehen. Das wiederum stärkt das Selbstbewusstsein des ADSlers und das Belohnungszentrum dankt für den Dopaminschub.

·         Body Doubling oder Study Buddy. Ein Kumpel oder eine Freundin, mit der dein Kind Hausaufgaben machen oder für einen Test lernen kann. Das können auch die Großeltern sein. Mit Eltern ist das so eine Sache, das geht meist in die Hose 😉Warum es funktioniert: der ADSler braucht konstante Stimulation und jemand der ihm zwischendurch die Konsequenzen deutlich macht, wenn er sich wieder ablenken lässt. Und da nach dem gemeinsamen HA machen, gespielt werden darf, ist die Belohnung wortwörtlich greifbar nah. Wenn aber jeder für sich zuhause die HA macht, klingelt der nicht ADSler an der Tür, während der ADSler noch seine Sachen sucht. Von Anfangen keine Spur.  

·         Dialoge. Macht es euch zur Gewohnheit über die Schule zu sprechen. Nicht nur „Wie war’s in der Schule“, sondern „Was hat dir heute Spaß gemacht, was hat dich geärgert, in welchem Fach hast du was nicht verstanden, was kannst du mir vom Fach X erzählen, was hast du im Fach Y neues gelernt, wo brauchst du Hilfe?“ usw. Das baut Vertrauen auf. Dein Kind bekommt das Gefühl, dass es mit seinen Problemen zu dir

kommen kann. So ein Gespräch stärkt sein Selbstvertrauen, wenn es von Neugelerntem berichten kann. Indirekt wirkt es der Vergessenskurve entgegen, trainiert das Zusammenfassen und das freie Sprechen über Fachthemen. Und nicht das Loben vergessen!

·         Regelmäßiger Austausch mit den Lehrkräften. Pflege einen engen Kontakt mit den Lehrkräften der kritischen Fächer und sorge dafür, dass alle Lehrkräfte deines Kindes von seiner Neurodivergenz wissen. So werden u.a. keine Termine für KA oder Abgabedaten für Projekte vergessen.

·         Neutraler Raum. Wenn möglich und wenn das Kind zustimmt, sollten Klassenarbeiten und Prüfungen in einem separaten Raum geschrieben werden, wo Ablenkungen reduziert sind.

·         Klassenzimmer. Wenn immer möglich sollten Schüler:innen mit ADS vorne sitzen, weg von Fenstern und Geräuschen, inklusive lautstarker Mitschüler, die ablenken könnten.

·         Klassenarbeiten. Da die Konzentration schnell nachlässt, sollte ein Kind mit ADS zuerst die Aufgaben mit den meisten Punkten machen, die oft auch die schwersten sind. Und weil sich öfters Flüchtigkeitsfehler einschleichen, sollte dein Kind die Arbeit nicht direkt abgeben, wenn es fertig ist. Die Zeit, die noch verbleibt, sollte es nutzen, um in Ruhe nochmal durchzugehen in dem es nicht nur mit den Augen drüber fliegt, sondern stumm durchliest. Jeder Punkt zählt.

·         Spiele. Die effektivste und schnellste Art ohne Frust etwas Neues zu lernen, heißt Spielen. Spielen fördert zudem die Konzentration. In meinem Shop findest du von mir getestete Spiele https://www.spielingo-studios.com/category/lernspiele


für Körper und Geist

·         Tagebuch führen. Lass dein Kind seinen Frust oder Sorgen von der Seele schreiben und zur gleichen Zeit die Handmuskulatur und somit die Handschrift verbessern. Mit einem schönen Buch, Stickern und Stiften macht es Kindern auch Spaß. Keinen Zwang aufbauen, täglich schreiben zu müssen.

Kind liest im Freien
Abtauchen. Abschalten. Ruhe im Kopf. Lesen hat aber noch viele weiter Vorteile.

·         NO Mobile! Den Morgen nicht mit dem Handy beginnen. Der schnelle Dopaminfix verursacht nur, dass du ständig ans Handy willst für einen neuen Fix.

·         Vermeide alles, was zur Sucht führen kann. Bei Kindern sind es in erster Linie online Spiele, soziale Medien, Sodagetränke und Süßes.

·         Wenn der ADSler gar nicht abschalten kann, helfen Dinge, die ihre volle Konzentration verlangen oder sie so beschäftigen, dass sie alles um sich vergessen. Bei mir sind es Lesen (nicht digital!), Gartenarbeit, Tanzen, Puzzeln und Handarbeit. 

·         Dopaminspiegel erhöhen! Dazu gehören, regelmäßiger Sport (20 Minuten reichen schon), ausreichender Schlaf, tyrosinreiche Ernährung (s.u.), Sonnenlicht, kleine Erfolgserlebnisse, gute Laune Musik, soziale Kontakte und Umarmungen, und habe ich Loben schon erwähnt?

Tyrosin reiche Nahrungsmittel
Der Mensch kann 9 von 20 Aminosäuren nicht selbst herstellen. Diese 9 sind in Eiern enthalten. Besonders wichtig für ADSler sind 2 davon: Phenylalanin (Basis für Dopamin) und Tryptophan (wird in Melatonin und Serotonin umgewandelt)

·         Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel: Lebensmittel, die die Aminosäure Tyrosin enthalten. Das ist der Baustein für Dopamin. Du findest sie u.a. in Eiern, Hähnchen, Nüssen, Hülsenfrüchten und Bananen. DL-Phenylalanin, Vitamin D3 (Sonnenlicht), Omega 3 (in Lachs, Sardinen, Makrelen), Vitamin B6 (in Rinderleber, Sonnenblumenkernen, Walnüsse, Makrelen, Vollkornbrot, rote Paprika), und Magnesium Glycinate (in Spinat, Mandeln, dunkler Schokolade) sind Nahrungsergänzungsmittel, die bei meinem Typ ADS helfen. Ich beziehe meine bei sunday.de Jeder ADS-Typ hat seine speziellen Bedürfnisse, die du u.a. im Buch von Daniel G. Amen- Healing ADD nachschlagen kannst.

o   Am Tag der Prüfung können Cola-Getränke oder schwarzer Tee kurzfristig die Konzentration fördern. Das hilft bei der Signalübertragung im Gehirn. Ansonsten gesüßte Getränke absolut vermeiden.

o   Kein süßes Frühstück!

·         Geduld haben, mit dir selbst und deinem Kind bzw. deinen Schüler:innen. Das Selbstbewusstsein der Betroffenen ist nicht nur durch die Person selbst geschwächt (self-labelling), sondern leider oft auch durch Mitschüler:innen, Lehrer und Eltern. Das nagt noch mehr an der Motivation. „Warum erst versuchen, wenn ich es eh nicht kann?“ (self-fulfilling prophecy)

·         Loben, loben, loben sei es noch so trivial. Menschen mit ADS haben ein chronisches Defizit an Dopamin und daher auch eine Anfälligkeit für Süchte, die kurzfristig den Dopaminspiegel ansteigen lassen (Spielen, Konsum, Alkohol, Zucker, Sport, Drogen…). Jedes Lob produziert einen Dopaminschub, der wiederum motiviert weiterzumachen und verhindert, dass Süchte Einzug halten.

Well done in  Neon Schrift
Jeder freut sich über ein Lob. Menschen mit ADS ganz besonders.

Entscheide du ob du eine Superpower hast oder ob die Diagnose ADS für dich zum Fluch wird.



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